Der
Heilige Florian
Die
Legende erzählt
Florian, aus Oberösterreich, von christlichen Eltern
stammend, trat als Jüngling in die Dienste des römischen
Heeres in der Provinz Norkium.
Damals, um das Jahr 300, wurde der Statthalter der Provinz,
Aquilinus, angewiesen, die kaiserlichen Blutbefehle gegen
die Christen rücksichtslos durchzuführen.
Unter vielen anderen hatte Aquilinus 40 christliche Soldaten
wegen ihres Bekennermutes zum Tode verurteilt.
Florian erfuhr in seiner Heimat, wo er sich anscheinend auf
Urlaub befand, von dem Schicksal seiner Gefährten. Unverzüglich
eilte er nach Lorch, dem Sitz des Statthalters, und bekannte
sich vor ihm als Christ.
Aquilinus forderte ihn auf, dem Befehl des Kaisers zu gehorchen.
Florian hielt dem entgegen, als Soldat gehorche er dem Kaiser,
soweit seine Soldatenpflicht es erfordere, doch niemand könne
ihm gebieten, seinen Christenglauben zu verleugnen.
Der Statthalter ließ ihn daraufhin entkleiden und geißeln.
Florian blieb standhaft. Der Richter gab letztendlich den
Befehl, Florian in der Enns zu ertränken. Er wurde zur
Brücke geführt, die über die Enns führte,
mit Steinen beschwert und in den Fluß geworfen, wo er
ertrank.
Der Legende nach erschien Florian einer frommen Frau und zeigte
ihr im Traum die Stelle, wo er bestattet sein wollte. An dieser
Stelle steht heute das berühmte Augustiner Chorherren-Stift
St. Florian, hoch auf einem Berg in der Nähe von Linz.
Geschichtlicher
Hintergrund
Ob Florian tatsächlich, wie die Legende es schildert,
gelebt hat, ist nicht bewiesen. Doch die letzte große
Christenverfolgung unter Kaiser Diokletian, der 284 an die
Macht kam und bis 305 regierte, hatte viele Blutzeugen des
christlichen Glaubens.
Diokletian wollte die teils chaotischen Verhältnisse
im römischen Reich durch tiefgreifende Reformen ordnen.
Er teilte die Reichsgewalt auf vier Herrscher auf. Angriffe
von außen wehrte er durch Aufstockung des Heeres ab.
Viele Christen weigerten sich, den Kriegsdienst aus ethischen
Gründen zu leisten und weckten somit den Anschein, dem
Kaiser gegenüber nicht loyal zu sein.
Anstoß für eine neue Welle der Christenverfolgung
durch Diokletian im Jahr 303 lieferte der Orakelspruch eines
Priesters des Gottes Apollo. Der Orakelpriester eröffnete
dem Kaiser, die Christen seien schuld, dass falsche Orakel
verkündet würden.
Diokletian löste daraufhin die Christenverfolgung aus.
Sämtliche Christen mussten unter Androhung der Todesstrafe
Brandopfer leisten. Viele weigerten sich oder versuchten durch
Bestechung der Verfolgung zu entkommen. Allen Christen wurden
sämtliche Ehren und Würden sowie jeglicher Rechtsschutz
versagt.
„Ohne Rücksicht auf Rang oder Stand, seien
sie der Folter zu unterziehen“, so schreibt Laktanz,
ein Historiker, aus dieser Zeit. Weiter schreibt er:
„Die Zahl der Verurteilten war so groß, dass
man sie nicht mehr einzeln hinrichtete, sondern sie zusammentrieb,
mit einem Feuerkreis umgab und verbrannte.“.
Nach der Abdankung von Kaiser Diokletian im Jahr 305, verliert
die Christenverfolgung, zumindest im westlichen Teil des römischen
Reiches unter der Regentschaft von Konstantinus Chlorus, der
dort Herrscher eines Teils des Römischen Reiches wurde,
an Härte. Jedoch im östlichen Bereich der Römerherrschaft
unter Augustus Galerius, wurde bis 311 n. Chr. die Verfolgung
der Christen brutal fortgesetzt.
Erst auf dem Sterbebett änderte Galerius seine Politik,
er verfügt: „(...)sie dürfen wieder Christen
sein und ihre Versammlungsstätten wieder herrichten.“.
Er gibt auch den Christen zu wissen, es sei ihre „(...)Pflicht,
zu ihrem Gott für unser Heil, für das des Staates
und für ihr eigenes zu beten(...)“.
Das Christentum war somit erstmalig
zu einer erlaubten Religion geworden.
Text:
Altbürgermeister und Ehrenvorsitzender Friedolin Bernhard