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Im
Gasthaus vom Feuer überrascht
Übung: 50 Wehrleute proben in der Glattbacher Mühle den Ernstfall
- Menschen mit der Drehleiter vom Dach geholt
Glattbach.
Blaulichter zucken über die Glattbacher Durchgangsstraße.
Autofahrer müssen Umwege in Kauf nehmen. »Brandmeldung in
der Glattbacher Mühle - Menschenleben in Gefahr«, heißt
das Alarmstichwort. Die Glattbacher Feuerwehr rückt am Montagabend
kurz nach 19 Uhr zu einer groß angelegten Übung zu der Gaststätte
aus.
33 Vermisste
Binnen kürzester Zeit sind die ersten Wehrleute vor Ort. Dichter
Qualm, produziert von mehreren Nebelmaschinen, dringt aus den Räumen
des Restaurants - 33 Männer und Frauen werden laut Übungsplan
vermisst. Sofort ruft Glattbachs Kommandant Helmut Wenzel weitere Feuerwehrleute
aus Johannesberg und Aschaffenburg zu Hilfe.Die Wehrleute legen den
Atemschutz an, während Schläuche ausgerollt werden. Vorsichtig
tasten sich die ersten Helfer in dichtem Nebel im Gasthaus voran, sie
sehen kaum die eigenen Hände vor Augen. Sie finden die von Jugendlichen
der Feuerwehren Glattbach, Goldbach und Johannesberg gespielten »Verletzten«,
bringen sie ins Freie.Vor dem Eingang der Gaststätte übernehmen
weitere Helfer die »Brandopfer« und bringen sie zur Verletztensammelstelle.
Während in der Glattbacher Mühle Menschenrettung und Brandbekämpfung
parallel laufen, wird auf dem Parkplatz die Drehleiter in Stellung gebracht.
Drei Menschen stehen auf dem Dach, rufen um Hilfe und warten auf ihre
Rettung.
Kinder gerettet
Für die achtjährige Leona und ihre elfjährige Schwester
Jana ist die Rettung vom Dach ein echtes Abenteuer. Mit ihrer Mutter
Simone Bernhard sind die beiden Mädchen laut Übungsplan vor
dem angeblichen Brand auf das Flachdach geflüchtet. Von dort werden
sie im Korb der Drehleiter auf den sicheren Erdboden gefahren. »Das
war sehr hoch, aber absolut spannend«, sind sich Leona und Jana
einig.Nach rund einer Stunde geht die Großübung bei aufkommendem
Nebel und Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt zu Ende. Die
rund 50 Einsatzkräfte können ihre Gerätschaften wieder
abbauen. Kreisbrandmeister Udo Schäffer zeigt sich später
mit dem Verlauf der Übung weitestgehend zufrieden. »Die Retter
haben während der Übung einen guten Eindruck hinterlassen.«
Trotzdem bleibt der Brandexperte realistisch: »Im echten Brandfall
wären weitaus mehr Helfer vor Ort gewesen.«
Ralf Hettler
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Feuerwehralarmübung
am 18.10.2010 in der Gaststätte "Glattbacher Mühle".
Am Montagabend war es wieder mal soweit. Der erweiterte Zug 11 - Glattbach/Johannesberg
übte am Anwesen von Erik Bernhard in der Hauptstraße. Der
Zug 11 ( 2 Tanklöschfahrzeuge und 1 Mehrzweckfahrzeug in Normbesatzung)
wird in der Regel bei überörtlichen Großschadenslagen
neben vielen anderen Feuerwehren eingesetzt.
Ziel des Einsatzes war es, die Zusammenarbeit zwischen den beiden Feuerwehren
zu fördern und zu verbessern. Die von Steffen Beißler und
Alexander Patzelt ausgearbeitete Übung hatte folgendes Übungsszenario:
Bei einem fortgeschrittenen Entstehungsbrand mit starker Rauchentwicklung
in dem Saal und im Wirtschaftsraum der Gaststätte "Glattbacher
Mühle" waren mehrere Personen vermißt. Einige Menschen
flüchteten auf das Balkondach. Dem Einsatzleiter oblag nun, nach
der Anfahrt und Erkundung, die Verteilung des enormen Aufgabenspektrums:
- Absichern und Ausleuchten der Einsatzstelle
- Verkehrsregelung mit anschließender kompletten Straßensperrung
- Menschenrettung im und auf dem Gebäude mit paraleller Brandbekämpfung
- Suchen von Vermissten ausserhalb des Geländes
- Errichtung eines Verwundeten-Verbandsplatzes
- Bereitstellung eines Sammelplatzes für unverwundete Personen
- Aufbau einer Einsatzleitung mit den Aufgaben - Abwicklung des Funkverkehrs,
Erstellung einer Lageskizze und einer Kräfteübersicht, Nachalarmierung
von
Rettungsdienst, Polizei und verschiedenen anderen Organisationen
- Einteilung der Atemschutzgeräteträger in die jeweiligen
Rettungsabschnitte unter der Führung einer zentralen Atemschutzüberwachung
- Einweisung der Drehleiter aus Aschaffenburg zur Rettung der Personen
auf dem Dach und zum Bilden einer Feuerwiderstandslinie entlang des
Gebäudes
zu den benachbarten Anwesen.
- Einspeisung der Drehleiter für eine ausreichende Löschwassermenge
von 1.600 Ltr./Minute
- Verwundetentransport zum Sammelplatz
- Einsatz mehrerer Drucklüfter zum Entrauchen der Gebäude
Im Laufe der Übung kristallisierte es sich heraus, dass sich über
30 Personen im Gefahrenbereich befanden, was eine enorme Belastung der
eingesetzten
Atemschutzgeräteträger zur Folge hatte, die neben der fiktiven
Brandbekämpfungen alle Personen real retten, und eine "tote
Person" ( Übungspuppe) bergen mussten. Hierzu mussten fiktiv
noch mehrere Feuerwehren zur Unterstützung alarmiert werden. Nach
Beendigung des 70-minütigen Einsatzes erfolgte die Übungsbesprechung.
Die anwesenden Kreisbrandmeister Udo Schäffer und Thorsten Trapp
sprachen hierbei einige Punkte zur Übung an. Hervorzuheben ist
vor allem die engagierte und qualifizierte Leistung der gesamten eingesetzten
Mannschaft, hier wurde keinerlei Kritik geübt. Sehr erfreulich
war die Tatsache, dass beide Bürgermeister aus Glattbach und Johannesberg
die gesamte Übung gespannt verfolgten und erfreut waren, dass so
viele Aktive beteiligt waren. Bürgermeister F. Fuchs erwähnte
in seiner Ansprache, dass Übungen in dieser Größe sehr
wichtig sind und sprach die Hoffnung aus, dass die Feuerwehren nie zu
einem größeren Ernstfall gerufen werden.
Danke an Steffen
Beißler und Alex Patzelt, allen Aktiven aus Johannesberg und Glattbach,
den anwesenden Kreisbrandmeistern, Kreisbrandispektor Frank Wissel,
den beiden Bürgermeistern, an die Feuerwehr Goldbach für die
Bereitstellung der vielen "Verletzten" und an die Drehleiterbesetzung
aus Aschaffenburg.
Einen besonderen Dank an die Familie Bernhard von der Gaststätte
"Glattbacher Mühle", die zum einen in den vergangenen
Jahren einen hervorragenden vorbeugenden Brandschutz in ihren Räumen
sicher gestellt haben (u.a. wurde ein FW-Einsatzplan erstellt) und zum
anderen wurde das Übungsobjekt uneigennützig zur Verfügung
gestellt. Vielen Dank für die anschließende Bewirtung
der freiwilligen ehrenamtlichen Kräfte.
Der Kommandant
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