Pressebericht:
Main-Echo 19.09.2005

 

 
 

Verschüttet, eingeklemmt...
An sieben Einsatzstellen probten Glattbacher Feuerwehr den Ausnahmezustand

Glattbach. Orkanartiger Sturm und Gewitter mit starkem Regen, Ausnahmezustand in Glattbach: Flächenbrand, Person bei Erdrutsch verschüttet, Verkehrsunfall mit eingeklemmter Person. Kein Realfall, sondern Teil des angenommenen Ubungsszenarios. Gemeinsam mit Nachbarwehren probte die Glattbacher Feuerwehr am Samstag den Ausnahmezustand.

Kurz vor 9 Uhr wurde die Feuerwehr Glattbach zu einem durch Blitzschlag verursachten Flächenbrand alarmiert. Kaum war der Brand gelöscht, folgte der nächste Alarm. Nach einem Erdrutsch war eine Person bis zum Kopf unter Schlamm verschüttet. In Handarbeit musste der Mann mit Schaufeln befreit werden. Dann ging es gleich weiter; Im Bach waren zwei Olfässer zu bergen und Olsperren einzurichten.
Ein schwerer Verkehrsunfall war zu bewältigen, bei dem der Fahrer eingeklemmt war und Bäume den Zugang blockierten. Danach wurde ein verirrter Wanderer gesucht und eine Jugendgruppe im Rauenthal evakuiert. Bis gegen 14 Uhr hatten die Wehrmänner kaum eine Verschnaufpause. Zuletzt mussten sie noch einen abgestürzten Arbeiter vom Dach retten.
Seit Januar war die Ubungsleitung mit Thomas Kreis, Ralf Weigand und René Wagner mit Planung und Vorbereitung der Ubung beschäftigt. Aufgebaut wurden die Stationen von den Feuerwehren aus Geiselbach und Mainaschaff.
Eines der Hauptziele war die Erprobung der Gemeindeführungsstelle, die im Feuerwehrhaus eingerichtet wurde. "Bei großflächigen Schadenslagen, wie beispielsweise Naturkatastrophen sind die Gemeinden weitgehend auf sich selbst gestellt", sagt Thomas Kreis.
In solchen Fällen müssten gemeindliche Führungsstellen organisiert werden. Dies liege in den Händen des örtlichen Bürgermeisters in Zusammenarbeit mit dem Kommandanten. Beide seien für die Einsatzkoordination und für die Selbsthilfe zuständig.
Insgesamt waren 53 Helfer mit fünf Feuerwehrfahrzeugen, Bagger und Unimog im Einsatz. Neben der örtlichen Feuerwehr und dem Bauhof waren die Sanitätsgruppe Glattbach sowie die Feuerwehren aus Johannesberg und Breunsberg eingesetzt. Bürgermeister Fridolin Fuchs unterstützte Kommandant Helmut Wenzel bei der Einsatzleitung im Feuerwehrhaus.
Zahlreiche Beobachter aus Stadt und Landkreis Aschaffenburg wachten mit kritischen Augen über das Ubungsgeschehen. "Insgesamt sind wir mit dem Ubungsverlauf zufrieden. Nachdem kein Einsatz dem anderen gleicht, läuft nicht immer alles perfekt. Beispielsweise bei dem Verkehrsunfall hatte sich die Ubungsleitung die Reihenfolge der getroffenen Maßnahmen etwas anders vorgestellt", weiß Schiedsrichter Ralf Weigand. Mängel sollen nun besprochen und intensiver geschult werden.

Bericht: rah
Foto: László Ertl