Pressebericht:
Main-Echo 22.05.2006

 

 
 

Blitz löst Scheunenbrand aus
Gebäude in Großwelzheim völlig zerstört - Großeinsatz der Feuerwehren

Karlstein-Großwelzheim. Vollständig zerstört wurde eine Scheune in Großwelzheim durch einen Brand, der am Samstag gegen 17.30 Uhr von einem Blitz ausgelöst wurde. Der Besitzer des Anwesens und vier Feuerwehrleute wurden im Verlauf des Großeinsatzes leicht verletzt. Der Sachschaden wird von der Polizei auf 100 000 Euro geschätzt.

Bis Sonntagvormittag waren rund 330 Feuerwehrleute und 55 Helfer von Rotem Kreuz und Maltesern eingesetzt, um den komplizierten Scheunenbrand unter Kontrolle zu bringen, berichtete gestern Pressesprecher Armin Lerch vom Kreisfeuerwehrverband.

Schwierige Bedingungen
Um 17.39 Uhr wurden am Samstag zunächst die Wehren aus Großwelzheim und Dettingen alarmiert: Der Blitzeinschlag hatte in der mit Heuballen prall gefüllten Scheune ein Feuer in "der äußersten Ecke" des Gebäudes verursacht. Um den Brandherd von oben zu bekämpfen, wurde das Dach aufgedeckt. Aber die Löscharbeiten von der Drehleiter aus hatten zunächst nicht den erhofften Effekt: das für die Brandbekämpfer noch immer unerreichbare Feuer breitete sich aus, bis es schließlich nach Durchzündung auf das gesamte Gebäude übergriff.
Um 18 Uhr wurde Alarmstufe 2, eine Dreiviertelstunde später gar Stufe 3 ausgelöst, um weitere Einsatzkräfte an den Brandort zu beordern. So konnte eine Ausbreitung des Feuers auf Nachbargebäude verhindert werden. Die Löscharbeiten in der schwer zugänglichen Scheune erforderten Atemschutzgeräte und daher einen hohen Personaleinsatz.

Hilfe aus dem Kreis unverzichtbar
Im Einsatz waren zu jener Zeit außer den Karlsteiner Brandschützern die Wehren Kleinostheim, Hörstein, Stockstadt, Großostheirn, Alzenau, Wenigumstadt, Haibach, Kahl und Winzenhohl sowie Führungskräfte der Landkreisinspektion und Fachberater. Zur Löschwasserversorgung musste eine Schlauchleitung zum wenige hundert Meter entfernten Main gelegt werden.
Im Laufe der Nacht wurden außerdem die Feuerwehren aus Bessenbach, Glattbach, Johannesberg, Mömbris, Schimborn, Albstadt, Mainaschaff, Kleinkahl und Schöllkrippen zur Ablösung an den Brandort gerufen.
In aufwändiger Handarbeit mussten 90 Rundballen und rund 5000 Kleinballen, insgesamt 750 Kubikmeter brennendes Heu, aus der einsturzgefährdeten Scheune geräumt werden. Das brennende Heu wurde zunächst vor dem Bau gewässert, mit Radladern auf Lastwagen verladen, am Main dann auseinander gezogen und endgültig abgelöscht.
Die Arbeiten in der Scheune bedeuteten für die Feuerwehrleute höchste Anstrengungen, wie der Pressesprecher darlegte. Immer wieder habe Gefahr bestanden, dass lose Dachziegel auf die unter Atemschutz arbeitenden Helfer fallen, daher standen die ganze Nacht über zwei Rettungswagen des BRK bereit.
Unter Anleitung eines Fachberaters wurde eine Öffnung in die Zwischendecke der Scheune gebrochen, was einen schnelleren Abtransport der brennenden Ballen ermöglichte.
Messungen der Feuerwehr Stockstadt ergaben, so der Pressesprecher, dass in der Umgebungsluft keine Grenzwerte überschritten wurden. Vier Kühe konnten nach Polizeiangaben rechtzeitig von Anwohnern gerettet werden.

Nachbarn reichen Getränke
Für die insgesamt 385 Feuerwehrleute und Helfer richteten die Großwelzheimer Brandschützer im örtlichen Gerätehaus eine Verpflegungsstelle ein. Bäcker und Metzger aus dem Ortsteil stellten Brot, Wurst und Kaffee zur Verfügung, auch Nachbarn unterstützten die Einsatzkräfte spontan mit Getränken.
Gestern Nachmittag dauerten die Ausräumarbeiten noch an, das Ende des Einsatzes war noch nicht absehbar.
ee

Anmerkung der FF Glattbach:
Die Feuerwehr Glattbach war hier mit dem Löschzug 11 (Glattbach/Johannesberg) im Einsatz.