Pressebericht:
Main-Echo 11.11.2008

 


Auf dem Pausenhof wird an der Übungspuppe die Reanimation trainiert.
Foto: Ralf Hettler

 
 

Feuerwehren proben: Schule brennt

Übung: 27 Jungen und Mädchen gerettet - Ofen im Werkraum fängt Feuer

Glattbach Hektisches Treiben an der Glattbacher Verbandsschule. Mit einem Großaufgebot probten Feuerwehr und Rettungsdienst den Ernstfall. 27 Jungen und Mädchen sollen aus dem Schulhaus gerettet werden.

Kurz nach 10 Uhr fährt ein Feuerwehrauto nach dem anderen vor der Schule vor. Schläuche werden ausgerollt, Feuerwehrleute rüsten sich mit Atemschutz aus und Einsatzleiter Hermann Gumbel erkundet die Lage.

Annahme: Im Werkraum der Schule ist durch einen defekten Brennofen der Brand ausgebrochen. Schnell breitet sich das Feuer aus und erfasst den kompletten Raum. Der Rauch verbreitet sich über das Treppenhaus und über 20 Kindern wird der Fluchtweg durch den Qualm abgeschnitten.

Rund 60 Feuerwehrmänner aus Glattbach, Johannesberg, Oberafferbach, Breunsberg und die Drehleiter aus Goldbach rücken an. Mit Atemschutzgeräten kämpfen sich die Feuerwehrleute ins Gebäude vor. Während die einen den Brand bekämpfen, suchen weitere Trupps nach den
vermissten Schülern. Auch einige Eltern sind bereits vor der Verbandsschule eingetroffen, die den Einsatzkräften die Arbeit zusätzlich erschweren. Immer wieder versuchen Väter und Mütter ins Haus zu kommen, um ihre vermissten Kinder selbst zu retten. Sie müssen von den Einsatzkräften zurückgehalten werden, da sie sich ohne Schutzausrüstung nur selbst in Gefahr bringen würden.

Schnell kommen die ersten Atemschutztrupps zurück. Ein Verletzter nach dem anderen wird ins Freie gebracht, wo sich der Rettungsdienst, der aus Großostheim mit einem Rettungswagen zur Übung gekommen war, um die Jungen und Mädchen kümmert.

Im Pausenhof geht die Goldbacher Drehleiter in Stellung und holt eine weitere Schülerin aus dem zweiten Obergeschoss über den Korb auf den sicheren Boden. Parallel dazu wird auf dem Schulhof an einer Übungspuppe die Reanimation von Verletzten trainiert. Nach gut einer halben Stunde ist der Brand gelöscht, die Vermissten sind alle gefunden und in Sicherheit.

Insbesondere sollten die Wehrleute bei der Übung den neu eingerichteten "zweiten Rettungsweg" über die Außentreppe, die Brandmeldeanlage und die Brandschutztüren kennenlernen sagt Andreas Ullrich, der mit Helmut Wenzel, Jaqueline Knoll und ihrem Team die Übung vorbereitet hatte.

Kreisbrandmeister Udo Schäffer hatte als Übungsbeobachter noch einige Anregungen.

So hätte es ihm gefallen, wenn man mehr Einsatzabschnitte aufgeteilt hätte, um so die Koordination der Maßnahmen zu erleichtern.
rah