Pressebericht:
Main-Netz 08.10.2012

 


Üben für den Ernstfall:
104 Feuerwehrleute waren am Samstag im Spessart bei Heinrichsthal im Einsatz.
Foto: Ralf Hettler

 

 
 

Was tun, wenn der Wald brennt?

Feuerwehrübung: 104 Einsatzkräfte machen sich im Hochspessart für den Ernstfall fit - Sonderfahrzeuge, Spezialgerät

Heinrichsthal. Wenn es im Wald brennt, hat die Feuerwehr ein Problem, das sie im Ortsgebiet in der Regel nicht hat: Die Wasserversorgung. Um sich auf den Ernstfall vorzubereiten, haben am Samstag über 100 Einsatzkräfte aus dem Kreis Aschaffenburg im Spessart geübt.

Um 12.45 Uhr löste die Integrierte Leitstelle Untermain zunächst Alarm für die Feuerwehren aus Heinrichsthal, Jakobsthal und Kleinkahl aus. Das angenommene Szenario: In einem rund 1000 Quadratmeter großen Fichtenbestand brannte der Wald oberhalb des Engländerhauses an mehreren Stellen. Schnell war klar, dass weitere Kräfte benötigt würden, weshalb die umliegenden Wehren zur Unterstützung nachalarmiert wurden.

600 Meter Schlauchleitung
Problematisch sei bei größeren Bränden außerhalb des Ortsgebiets immer die Wasserversorgung, betont Übungsorganisator und Kreisbrandrat Otto Hofmann. Bei der Spessartübung waren deshalb Sonderfahrzeuge und Spezialgeräte im Einsatz: Tanklöschfahrzeuge lieferten im Pendelverkehr Löschwasser, das über zwei je 5000 Liter fassende Faltbehälter und rund 600 Meter Schlauchleitung zu den zehn eingesetzten Strahlrohren gelangte.
Auf einem Parkplatz an der Engländerhochstraße etablierten die Feuerwehrleute die Einsatzleitung auf, die die Übung koordinierte. Nachdem der diensthabende Kreisbrandmeister Marco Eich eingetroffen war, wurden mehrere Einsatzabschnitte gebildet. Meter für Meter arbeiteten sich die Brandschützer durch das unwegsame Gelände vor. Mit Hilfe von Waldbrandlöschgerät wie Löschrucksäcken, Feuerpatschen, Hacken und Schaufeln bekämpften die Wehrleute dabei die Glutnester direkt. Unterstützung bekamen sie von einem anwesenden Forstarbeiter: Er übernahm beim Anlegen einer Schneise die Baumfällarbeiten. Die Schneise sollte verhindern, dass der Brand wächst.
Zeitgleich wurde die Einsatzleitung in den Einsatzleitwagen 2 des Landkreises verlegt und Kreisbrandinspektor Frank Wissel übernahm die Einsatzleitung. Gegen 16 Uhr beendete Kreisbrandrat Hofmann die Übung. Mit seinem Vorbereitungsteam, bestehend aus den Feuerwehren Dettingen und Bessenbach, hatte er auch im Vorfeld alle Hände voll zu tun gehabt.
Die Feuerwehren aus Heinrichsthal, Jakobsthal, Kleinkahl, Wiesen, Sommerkahl-Vormwald, Sailauf, Mömbris, Großostheim, Waldaschaff, Glattbach, Goldbach, Laufach und Schöllkrippen sowie die Kreisbrandinspektion und der Fachberater des THW waren mit insgesamt 104 Einsatzkräften und 32 Fahrzeugen ins Übungsgeschehen eingebunden.
Ralf Hettler