Pressebericht:
Main-Echo
20.10.2010


Großübung in der Glattbacher Mühle: Beim angenommen Gaststättenbrand müssen eingeschlossene Gäste gerettet und Menschen über die Drehleiter vom Dach geholt werden.
Foto: Ralf Hettler

 
 

Im Gasthaus vom Feuer überrascht
Übung: 50 Wehrleute proben in der Glattbacher Mühle den Ernstfall - Menschen mit der Drehleiter vom Dach geholt

Glattbach. Blaulichter zucken über die Glattbacher Durchgangsstraße. Autofahrer müssen Umwege in Kauf nehmen. »Brandmeldung in der Glattbacher Mühle - Menschenleben in Gefahr«, heißt das Alarmstichwort. Die Glattbacher Feuerwehr rückt am Montagabend kurz nach 19 Uhr zu einer groß angelegten Übung zu der Gaststätte aus.

33 Vermisste
Binnen kürzester Zeit sind die ersten Wehrleute vor Ort. Dichter Qualm, produziert von mehreren Nebelmaschinen, dringt aus den Räumen des Restaurants - 33 Männer und Frauen werden laut Übungsplan vermisst. Sofort ruft Glattbachs Kommandant Helmut Wenzel weitere Feuerwehrleute aus Johannesberg und Aschaffenburg zu Hilfe.Die Wehrleute legen den Atemschutz an, während Schläuche ausgerollt werden. Vorsichtig tasten sich die ersten Helfer in dichtem Nebel im Gasthaus voran, sie sehen kaum die eigenen Hände vor Augen. Sie finden die von Jugendlichen der Feuerwehren Glattbach, Goldbach und Johannesberg gespielten »Verletzten«, bringen sie ins Freie.Vor dem Eingang der Gaststätte übernehmen weitere Helfer die »Brandopfer« und bringen sie zur Verletztensammelstelle. Während in der Glattbacher Mühle Menschenrettung und Brandbekämpfung parallel laufen, wird auf dem Parkplatz die Drehleiter in Stellung gebracht. Drei Menschen stehen auf dem Dach, rufen um Hilfe und warten auf ihre Rettung.
Kinder gerettet
Für die achtjährige Leona und ihre elfjährige Schwester Jana ist die Rettung vom Dach ein echtes Abenteuer. Mit ihrer Mutter Simone Bernhard sind die beiden Mädchen laut Übungsplan vor dem angeblichen Brand auf das Flachdach geflüchtet. Von dort werden sie im Korb der Drehleiter auf den sicheren Erdboden gefahren. »Das war sehr hoch, aber absolut spannend«, sind sich Leona und Jana einig.Nach rund einer Stunde geht die Großübung bei aufkommendem Nebel und Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt zu Ende. Die rund 50 Einsatzkräfte können ihre Gerätschaften wieder abbauen. Kreisbrandmeister Udo Schäffer zeigt sich später mit dem Verlauf der Übung weitestgehend zufrieden. »Die Retter haben während der Übung einen guten Eindruck hinterlassen.« Trotzdem bleibt der Brandexperte realistisch: »Im echten Brandfall wären weitaus mehr Helfer vor Ort gewesen.«
Ralf Hettler


 

Pressebericht:
Amts- und Mitteilungsblatt der Gemeinde Glattbach 22.10.2010


 

Feuerwehralarmübung am 18.10.2010 in der Gaststätte "Glattbacher Mühle".

Am Montagabend war es wieder mal soweit. Der erweiterte Zug 11 - Glattbach/Johannesberg übte am Anwesen von Erik Bernhard in der Hauptstraße. Der Zug 11 ( 2 Tanklöschfahrzeuge und 1 Mehrzweckfahrzeug in Normbesatzung) wird in der Regel bei überörtlichen Großschadenslagen neben vielen anderen Feuerwehren eingesetzt.
Ziel des Einsatzes war es, die Zusammenarbeit zwischen den beiden Feuerwehren zu fördern und zu verbessern. Die von Steffen Beißler und Alexander Patzelt ausgearbeitete Übung hatte folgendes Übungsszenario:
Bei einem fortgeschrittenen Entstehungsbrand mit starker Rauchentwicklung in dem Saal und im Wirtschaftsraum der Gaststätte "Glattbacher Mühle" waren mehrere Personen vermißt. Einige Menschen flüchteten auf das Balkondach. Dem Einsatzleiter oblag nun, nach der Anfahrt und Erkundung, die Verteilung des enormen Aufgabenspektrums:
- Absichern und Ausleuchten der Einsatzstelle
- Verkehrsregelung mit anschließender kompletten Straßensperrung
- Menschenrettung im und auf dem Gebäude mit paraleller Brandbekämpfung
- Suchen von Vermissten ausserhalb des Geländes
- Errichtung eines Verwundeten-Verbandsplatzes
- Bereitstellung eines Sammelplatzes für unverwundete Personen
- Aufbau einer Einsatzleitung mit den Aufgaben - Abwicklung des Funkverkehrs, Erstellung einer Lageskizze und einer Kräfteübersicht, Nachalarmierung von
Rettungsdienst, Polizei und verschiedenen anderen Organisationen
- Einteilung der Atemschutzgeräteträger in die jeweiligen Rettungsabschnitte unter der Führung einer zentralen Atemschutzüberwachung
- Einweisung der Drehleiter aus Aschaffenburg zur Rettung der Personen auf dem Dach und zum Bilden einer Feuerwiderstandslinie entlang des Gebäudes
zu den benachbarten Anwesen.
- Einspeisung der Drehleiter für eine ausreichende Löschwassermenge von 1.600 Ltr./Minute
- Verwundetentransport zum Sammelplatz
- Einsatz mehrerer Drucklüfter zum Entrauchen der Gebäude

Im Laufe der Übung kristallisierte es sich heraus, dass sich über 30 Personen im Gefahrenbereich befanden, was eine enorme Belastung der eingesetzten
Atemschutzgeräteträger zur Folge hatte, die neben der fiktiven Brandbekämpfungen alle Personen real retten, und eine "tote Person" ( Übungspuppe) bergen mussten. Hierzu mussten fiktiv noch mehrere Feuerwehren zur Unterstützung alarmiert werden. Nach Beendigung des 70-minütigen Einsatzes erfolgte die Übungsbesprechung. Die anwesenden Kreisbrandmeister Udo Schäffer und Thorsten Trapp sprachen hierbei einige Punkte zur Übung an. Hervorzuheben ist vor allem die engagierte und qualifizierte Leistung der gesamten eingesetzten Mannschaft, hier wurde keinerlei Kritik geübt. Sehr erfreulich war die Tatsache, dass beide Bürgermeister aus Glattbach und Johannesberg die gesamte Übung gespannt verfolgten und erfreut waren, dass so viele Aktive beteiligt waren. Bürgermeister F. Fuchs erwähnte in seiner Ansprache, dass Übungen in dieser Größe sehr wichtig sind und sprach die Hoffnung aus, dass die Feuerwehren nie zu einem größeren Ernstfall gerufen werden.

Danke an Steffen Beißler und Alex Patzelt, allen Aktiven aus Johannesberg und Glattbach, den anwesenden Kreisbrandmeistern, Kreisbrandispektor Frank Wissel, den beiden Bürgermeistern, an die Feuerwehr Goldbach für die Bereitstellung der vielen "Verletzten" und an die Drehleiterbesetzung aus Aschaffenburg.
Einen besonderen Dank an die Familie Bernhard von der Gaststätte "Glattbacher Mühle", die zum einen in den vergangenen Jahren einen hervorragenden vorbeugenden Brandschutz in ihren Räumen sicher gestellt haben (u.a. wurde ein FW-Einsatzplan erstellt) und zum anderen wurde das Übungsobjekt uneigennützig zur Verfügung gestellt. Vielen Dank für die anschließende Bewirtung der freiwilligen ehrenamtlichen Kräfte.

Der Kommandant