Pressebericht:
Main-Netz 04.06.2013

 


Foto: Björn Friedrich

 

 
 

Hilfe für Passau ist auf dem Weg

170 Feuerwehrleute aus Raum Aschaffenburg unterwegs Hochwasserhilfe für Passau: 170 Feuerwehrleute aus Stadt und Kreis Aschaffenburg haben sich gestern Abend in Hösbach auf den Weg in die 400 Kilometer entfernte Dreiflüssestadt gemacht. Ein zwölfköpfiges Team vom Technischen Hilfswerk (THW) Lohr machte sich am Nachmittag marschbereit und sollte heute Früh mit drei Autos folgen. Geplante Einsatzdauer: drei Tage.

Um bei Katastrophen schnell und effektiv Hilfe leisten zu können, hat Bayern seit 2009 insgesamt 209 Feuerwehrhilfeleistungskontingente, sieben Sanitäts- und Betreuungskontingente und 19 Wasserrettungszüge aufgestellt. Sie kommen im ganzen Freistaat wie auch jenseits der Landesgrenzen zum Einsatz. Das Aschaffenburger Hilfeleistungskontingent »Hochwasser/ Pumpen« der Feuerwehr zählt ebenso dazu wie die Fachgruppe »Wasserschaden/Pumpen« des Lohrer THW-Ortsverbands.
Ralf Hettler

 

 

Pressebericht:
Main-Netz 05.06.2013

 


Foto: Björn Friedrich

 

»Seit Dienstagmorgen pumpen wir Wasser aus den Kellern«

Otto Hofmann: Der Aschaffenburger Kreisbrandinspektor leistet mit 183 Feuerwehrleuten Katastrophenhilfe in der überschwemmten Passauer Altstadt

Aschaffenburger helfen in Passau. Der Untermain hilft Niederbayern: 183 Feuerwehrleute aus der Stadt Aschaffenburg und aus 20 Ortschaften im Landkreis haben heute ihren dritten Hochwasser-Einsatztag im überfluteten Passau, 400 Kilometer von daheim. Die Männer und Frauen des Hilfeleistungskontingents hören auf das Kommando von Kreisbrandinspektor Otto Hofmann (44) aus Waldaschaff. Thomas Jungewelter hat mit dem Maschinenbautechniker telefoniert.

Herr Hofmann, wofür braucht Passau Aschaffenburger Feuerwehrleute?
Wir pumpen das Wasser aus den Kellern, seit Dienstagmorgen nahezu pausenlos. Hier in der überschwemmten Altstadt, im Winkel zwischen Donau und Inn, wo ein historisches Haus am nächsten steht, hat man uns ein 600 Meter langes und 300 Meter breites Einsatzgebiet zugewiesen.

183 Leute, nur um die Keller trocken zu bekommen?
Vergessen Sie nicht die vielen Tiefgaragen der Hotels und öffentlichen Gebäude. Da geht es um richtig viel Wasser. Insgesamt haben wir 50 Pumpen zu transportieren und zu bedienen, größere und kleinere. Und: Seit gestern arbeiten wir zusammen mit der Bundeswehr in zwei Schichten, so nutzen wir das Tageslicht voll aus. Übrigens können wir nicht nur pumpen: Gleich am ersten Tag haben wir in einem Wohnheim zwei alte Damen aus dem Aufzug befreit, in dem sie wegen des Stromausfalls stecken geblieben waren. Und wir haben eine Frau gefunden, die zwei Tage vermisst war und sich ohne funktionierendes Telefon nicht bemerkbar machen konnte.

Und nach dem Tagwerk? Wie müssen wir uns Ihren Feierabend vorstellen?
Erst mal gibt’s Abendessen, unsere Verpflegungseinheit aus Mömbris-Hohl und Goldbach hat alles dabei: Gasherd, Geschirr, eine Grundausstattung Lebensmittel… Anschließend geht’s zum Duschen in ein Sportheim nach außerhalb, wo sauberes Wasser aus der Leitung kommt. Geschlafen wird in einer Passauer Berufsschule, die etwas höher liegt und Strom hat - auf eilends im Klassenzimmer aufgebauten Feldbetten.

Haben Sie gut geschlafen?
Ja sicher - nach dem gestrigen Tag, an dem wir nahezu pausenlos im Einsatz waren. Nur in der ersten Nacht - wir sind Montagabend losgefahren und Dienstagfrüh um 6 Uhr hier in Passau angekommen - war an richtigen Schlaf kaum zu denken: Auf den Holzbänken im lauten Lastwagen ist mehr als ein Nickerchen eben nicht drin.

Wie konnten Sie überhaupt so viele Leute so schnell mobilisieren?
Nach dem Voralarm für die Führungskräfte am Montagmorgen haben wir die einzelnen Feuerwehren informiert und schnell hatten wir genügend Freiwillige beisammen. Viele kamen direkt von der Arbeit. Dass die Arbeitgeber das so klaglos hinnehmen, ist schon ein Dankeschön wert.

Gibt es bestimmte Kriterien, nach denen Sie die Mannschaft für Passau zusammengestellt haben?
Die Feuerwehren im Kreis Aschaffenburg haben sieben verschiedene Hilfeleistungskontingente für unterschiedliche Katastrophenfälle. Eins davon ist das jetzt in Passau eingesetzte Kontingent »Hochwasser/Pumpen«. Andere Spezialisten werden bei Sturmschäden gerufen, wieder andere bei Ölunfällen oder in der ABC-Abwehr. Die Feuerwehrleute in den Kontingenten sind ihren Aufgaben entsprechend geschult und verfügen über die passenden Fahrzeuge.

Sie sind mit 35 Fahrzeugen in Passau: Wann macht sich der Konvoi auf den Heimweg?
Abschließend wohl am Sonntag. Erst mal aber, das wurde gerade beschlossen, erwarten wir Ablösung aus Aschaffenburg. Die frischen Kräfte treffen voraussichtlich am Freitagmorgen hier ein und übernehmen den Einsatz und das Gerät.

 

Pressebericht:
Main-Netz 07.06.2013

 


Foto: Björn Friedrich

 

In der surrealen Welt von Passau

Nach der Flut: Hunderte Unterstützer packen an, um die Schäden zu beseitigen - Auch Feuerwehr und THW aus dem Mainviereck sind dabei.

Helfer vom bayerischen Untermain packen mit an Gewusel im Bratfischwinkel, einer der vielen Gassen im Zentrum Passaus. Junge Frauen in verschlammten Hosen stemmen schwere Eimer in Schuttcontainer. Vor der »Wollstube« steht der Eigentümer mit leerem Blick - so leer wie sein zerstörter Laden. Bundeswehrsoldaten hieven durchnässte Stehtische auf Lastwagen, Feuerwehrleute bugsieren pralle Schläuche auf dem Kopfsteinpflaster.
Weiter oben in der Stadt flanieren Menschen vorbei an den Schaufenstern, der Himmel über der hochwassergeplagten Dreiflüssestadt strahlt blau.
Passau, das ist in diesen Tagen eine surreale Welt. Die Spitze der alten Stadt steht noch komplett in einer braunen Brühe, während in anderen Ecken eine sonderbare Normalität herrscht. Anfang der Woche versank ein großer Teil der Halbinsel zwischen Donau und Inn in einem neuen Rekordhochwasser, zum Ende der Woche ist der Pegel von 12,89 auf gut neun Meter gesunken. Normal sind fünf bis sechs Meter. Vorsichtiges Aufatmen - vor allem auch dank Hunderter Unterstützer, die nach Niederbayern angereist sind.
Eine der längsten Anfahrten haben die Helfer aus Unterfranken hinter sich. Gut elf Stunden brauchten die Feuerwehrleute aus der Aschaffenburger Region, ebenso die THWler aus Lohr und Obernburg. Die Franken haben einen guten Ruf, sie pumpen, was das Zeug hält. »Ah, die Aschaffenburger«, freut sich eine Passauerin, die seit Tagen mit Kaffeekanne und Tassen durch die Innenstadt zieht und die Männer versorgt.
Bekanntheit durch Präsenz: Rund um die zentrale Ludwigstraße dominiert das »AB« auf Nummernschildern. Da ein Feuerwehrfahrzeug, das ölige Brühe aus einem Keller saugt, dort ein Abrollcontainer voll mit Schläuchen und Wasserpumpen.
Lina Strack (24) und Tobias Angerer (18) aus Alzenau-Michelbach sind beim Einsatz am »Restoran Croatia« dabei. »Genießen wie im Urlaub« heißt es auf dem Schild. Aber auch dort hat die Donau den Keller meterhoch geflutet. Stechender Ölgeruch hängt in der Luft. »Sobald es geht, spritzen wir den Schlamm von den Wänden, sonst wird der hart wie Beton«, erklärt Lina Strack. Die unzähligen Keller in Passau sind laut Einsatzleiter Frank Wissel das größte Problem. Noch schlimmer, weil erheblich größer, sind die Tiefgaragen. Acht Untergeschosse hat die an der Schanzlbrücke. Dort ist das Lohrer THW um Andreas Stahl aufgezogen. Drei Stockwerke sind leergepumpt, heute soll die zwei Tonnen schwere »Hannibal« angeworfen werden. Sie schafft 5000 Liter in der Minute. Mitte der Woche standen noch 80 Millionen Liter Brühe in der Tiefgarage des Hotels »Weißer Hase«. Inzwischen ist sie wieder begehbar. Mehrere Pumpen liefen Tag und Nacht.
Was den Aschaffenburgern zu schaffen macht, ist das nachdrückende Grundwasser. »Und die Polizei«, schiebt Frank Wissel verärgert nach. »Die lassen Jeden in die Innenstadt reinfahren, das ist ein Unding.« Entsprechend ist das Verkehrschaos in der City. Lob gibt es dagegen für die »internationale« Helferschar. »Soll noch mal einer auf die angeblich faulen Studenten schimpfen«, meint ein anderer Feuerwehrmann.
Per Facebook und Twitter riefen die jungen Leute zum Dienst an Eimer, Schaufel und Besen auf - und kamen so zahlreich, als gäbe es Freikarten für Robbie Williams. Die Geschäftsleute wiederum teilen Brötchen und Getränke aus, Bundeswehrsoldaten verschenken Zigaretten. Beim Frisör »Hairstyling J7« informiert ein Schild: »Handylade-Station für Helfer«, in der Innenstadt wurde einer Skulptur ein T-Shirt angezogen mit der Aufschrift »Ein Dank an alle Helfer«.
»Hut ab« urteilt dann auch eine Geschäftsfrau, und eine müde wirkende Anwohnerin zollt den jungen Menschen Respekt. »Das ist ein echter Lichtblick.« Am späten Nachmittag läuft in der Einsatzzentrale die alarmierende Meldung ein, dass ein durchnässtes Gebäude einzustürzen droht. Ein Auf und Ab von guten und schlechten Nachrichten beherrscht Passau.
Andre Breitenbach


Pressebericht:
Main-Netz 08.06.2013

 


Foto: Björn Friedrich

 

Mit Sack und Pack zum Hilfseinsatz

Logistik: Wehrleute rücken mit 36 Fahrzeugen an. Den Menschen helfen: Das ist das Ziel, wenn die Feuerwehrleute der verschiedenen Hilfeleistungskontingente vom Untermain in Katastrophengebiete ausrücken. Wer in der Ferne Keller leer pumpt, Schnee von Dächern schippt oder Straßen nach Stürmen freiräumt, muss technisches Gerät mitbringen - und die Truppe muss gut versorgt werden.
»Das ist jedes Mal eine riesige logistische Herausforderung« sagt Andreas Emge, stellvertretender Pressesprecher der Kreisbrandinspektion Aschaffenburg. Entscheidend für einen schnellen Einsatz ist, dass sofort klar ist, was mit muss. »Bei uns ist bis ins letzte Detail alles geplant«, erklärt der Dettinger Emge nicht ohne Stolz, »dafür sind wir auch bekannt«. So standen am Montagabend nach wenigen Stunden 36 Fahrzeuge in Hösbach zur Abfahrt bereit: Löschfahrzeuge, Rüstwagen, Transporter. An Bord: Schnelleinsatzzelte, Feldbetten, Tische und Bänke, Stromerzeuger, Schmutzwasserpumpen, ein Boot, Lichtmasten und eine komplette Feldküche mit Spülmaschine.

Tankstopp mit Vorauskommando
Doch gut gepackt ist nur die halbe Miete. 36 Fahrzeuge verbrauchen auch ordentlich Sprit. »Fahren Sie mal mit 20 Lastern zum Tanken, das hört sich in der Theorie so einfach an«, erzählt Feuerwehrkommandant Emge. Damit das in der Praxis klappt, wird an einem Wochenende auch mal zur Übung ausgerückt.
Im echten Einsatz aber ist noch mehr nötig: Wenn ein Spritstopp ansteht, wird das durch ein Vorauskommando angekündigt, dann werden Tankstelle und alle Zapfsäulen gesperrt - und der Tankwart beginnt, sich die Hände zu reiben. »Wenn wir da anrücken, glänzen die Augen«, weiß Emge aus Erfahrungen. »3000 bis 4000 Liter Diesel sind da schnell zusammen.« Damit im Einsatzgebiet nicht noch aufgetankt werden muss, wird außerdem an der letzten Tankstelle vor dem Ziel nochmal alles aufgefüllt.
Aber nicht nur Maschinen brauchen Kraftstoff - auch die Helfer wollen gestärkt werden. Feuerwehr-Pressesprecher Thomas Rollmann: »Eine gute Versorgung und Unterkunft ist das A und O, sonst sind die Leute schnell verprellt.« Dabei gilt die Vorschrift: Die ersten 48 Stunden muss sich die Truppe selbstständig versorgen, danach rücken extra abgestellte Einkäufer zweimal am Tag in den nächsten Supermarkt aus.
Andre Breitenbach


Pressebericht:
Kreisfeuerwehrverband 23.06.2013

 

 

Landtagsabgeordnete danken den Hochwasserhelfern

Die Landtagsabgeordneten aus Stadt und Landkreis Aschaffenburg Karin Pranghofer (SPD), Prof. Dr. Winfried Bausback (CSU), Dr. Hans-Jürgen Fahn (FW), Karsten Klein (FDP), Thomas Mütze (GRÜNE) und Peter Winter (CSU) haben am Sonntagnachmittag als Dankeschön alle Hochwasserhelfer aus Stadt und Landkreis Aschaffenburg auf das Aschaffenburger Volksfest zu einer Maß und ½ Hähnchen eingeladen. Im Beisein von Aschaffenburgs Bürgermeister Werner Elsässer und Landrat Dr. Ulrich Reuter dankten die Abgeordneten den überaus zahlreich erschienenen Helfern von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk, Malteser Hilfsdienst und Bayerischem Roten Kreuz für ihre Hilfsbereitschaft und ihren Einsatz in der Stadt Passau und Niederbayern. Dieses besondere Engagement aus der Region war für die Abgeordneten aller Fraktionen Anlass sich bei allen Hochwasserhelfern aus Stadt und Landkreis zu bedanken. Kreisbrandinspektor Otto Hofmann (Waldaschaff) bedankte sich ebenfalls noch einmal bei allen Helfern auch im Namen der Kreisbrandinspektion für deren unermüdlichen Einsatz im Katastrophengebiet von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang und bis spät in die Nacht hinein.

 

Pressebericht:
Kreisfeuerwehrverband 09.09.2013

 


Foto: Kreisfeuerwehrverband

 

Passau, 90 Teilnehmer aus dem Landkreis beim Dankeschön-Fest der Stadt Passau

Am Sonntag, 08.09.2013 fuhr eine Abordnung von 71 Hochwasserhelfern auf Einladung der Stadt Passau zum Dankeschön-Fest nach Passau. Weitere Feuerwehrleute waren bereits am Vortag angereist, so dass wir mit einem ca. 90 Personen starken Kontingent in Passau vertreten waren. Um 07.00 Uhr ging es pünktlich mit einem nahezu nagelneuen STEWA Bistro-Reisebus in Hösbach los. Gegen 09.00 Uhr nahmen wir auf einer Rastanlage unser Frühstück ein, das unser Kreisschatzmeister Robert Etzel, ebenso wie die Busfahrt in gewohnter Weise organisiert hatte. Um kurz vor 12.00 Uhr trafen wir pünktlich in Passau an der Dreiländerhalle ein. Der Dultstadl war bis 17.00 Uhr ausschließlich „geladenen Gästen“ vorbehalten. In einem kurzen Gespräch mit dem Passauer SBR Dieter Schlegel teilte er uns mit, dass insgesamt 2.700 Helfer erwartet würden. Nachdem wir zunächst gedacht hatten, dass für jeden Teilnehmer ein Getränk und ein Essen frei sein würden, stellten wir zu unserer Freude fest, dass alle Getränke und auch das Essen von der Stadt Passau bezahlt wurden. Bei zünftiger Blasmusik mit der Passauer Stadtkappelle hatten die flotten Bedienungen bei uns alle Hände voll zu tun. Nach einer kurzen Begrüßung durch einen Moderator des örtlichen Lokalradios gab es zunächst das Mittagessen, einen deftigen Schweinsbraten mit Knödel. Nach der Stärkung folgte der nun obligatorische offizielle Teil. Zunächst sangen die Sechstklässer der Realschule Neuhaus am Inn ein auf die Hochwasserhelfer umgedichtetes Lied der Sportfreunde Stiller. Sie hatten "Applaus, Applaus" umgedichtet: "Unser Herz geht auf, wenn du hilfst", sangen sie, während im Hintergrund Fotos die Flut und ihre Opfer abbildeten.
Im Anschluss daran richtete der Passauer Oberbürgermeister Jürgen Dupper ein paar Dankesworte an die zahlreichen Helfer und auch Landwirtschaftsminister Helmut Brunner ließ es sich nicht nehmen den Anwesenden zu danken. Nach dem offiziellen Teil ging der OB dann von Tisch zu Tisch und überreichte an die Hochwasserhelfer die extra gefertigte Hochwasserspange der Stadt Passau. Ein von der FF Glattbach gefertigtes und von allen Mitfahrern unterschriebenes Transparent durften wir zwar im Dultstadl nicht aufhängen, Frau Schmeller, die Pressereferentin der Stadt Passau versprach aber, dass sie einen schönen Platz dafür im Rathaus finden werde. Um 17.00 Uhr ging es gemeinsam wieder auf die Heimreise und gegen 21.30 Uhr kamen wir nach einem anstrengen, aber schönen Tagesausflug wieder wohlbehalten in Hösbach an.